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Aggression

Menschen mit Demenz können aggressiv werden, wenn sie Schmerzen haben, Situationen nicht verstehen oder überfordert sind. Für die Betreuenden bedeutet dies: Ruhe bewahren und empathisch sein. Noch besser ist es, wenn sie die frühen Warnzeichen erkennen. Manchmal sind körperliche Schmerzen die Ursache für Unruhe und Aggression. Menschen mit Demenz können meist nicht mehr äussern, wenn ihnen etwas weh tut. Wer das Essen verweigert, hat vielleicht Zahn- oder Bauchschmerzen. Oft sind andere Gründe zu nennen, wie etwa Überforderung, Verunsicherung, Angst, Frustration, die in Aggression umschlagen können. Für Angehörige und Pflegende ist es schwierig, dies zu ertragen. Wenn inkontinente Patienten beispielsweise nicht verstehen, was bei der Intimpflege mit ihnen passiert, deuten sie diese als Angriff. Sie schieben die Pflegenden weg oder versuchen, sie zu schlagen. Beispiele für herausforderndes Verhalten können sein: Der Vater, dass er sich mit Freunden zum Skatspielen verabredet hat, obwohl diese schon lange tot sind? Dann wird er wütend, wenn man widerspricht. Verlegt Ihr eifersüchtiger Mann seinen Hausschlüssel immer wieder und behauptet, Sie hätten ihm den Schlüssel weggenommen, um ihn zu Hause einzuschliessen, damit Sie zu einem anderen Mann gehen können? Haben Sie sich viel Mühe gegeben, etwas Leckeres zuzubereiten und der demenzkranke Angehörige schmeisst «den Frass» einfach auf den Boden? Die schwer pflegebedürftige und hochbetagte Frau wehrt sich mit Schlägen, Tritten und Bissen gegen die Körperpflege. Der frühere Trinker und an Korsakov erkrankte Mann wehrt sich mit wüsten und verletzenden Beschimpfungen gegen alles, was ihm in die Quere kommt. Die Demenzformen beeinflussen die Symptome. Patienten mit Frontotemporaler Demenz sind häufig stark enthemmt. Versucht man, diese Enthemmung zu bremsen, können sie aggressiv werden. Bei Vaskulärer Demenz können starke Stimmungsschwankungen zu Aggressionen führen, bei Alzheimer-Demenz sind es eher Wahnsymptome: Patienten, die glauben, sie werden vergiftet, wehren sich entsprechend gegen die Medikamentenaufnahme. Doch selbst wenn man alle möglichen Gründe für Verhaltensstörungen eruiert, wird man sie nicht immer ohne Medikamente lindern können. Das muss der behandelnde Arzt in Absprache mit den Pflegenden und Angehörigen entscheiden. © demenzworld

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