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Körperpflege bei Demenz – Die monatliche Kolumne von Désirée von Bohlen und Halbach

Warum Menschen mit Demenz Körperpflege ablehnen

Für viele Angehörige wirkt die Verweigerung von Duschen oder Waschen wie Sturheit. Doch häufig steckt etwas anderes dahinter. Menschen mit Demenz können Wasser, Berührungen oder ungewohnte Situationen als bedrohlich empfinden. Waschen oder Duschen kann Angst auslösen und dadurch Abwehr hervorrufen.


Gleichzeitig geraten Angehörige unter Druck. Sie sorgen sich um Hygiene und gesundheitliche Folgen und haben das Gefühl, „richtig“ handeln zu müssen. Die Situation entspricht oft immer weniger den eigenen Vorstellungen von Ordnung und Pflege – das belastet zusätzlich.


Über Gefühle sprechen entlastet

Besonders tabuisiert sind Gefühle wie Ekel oder Scham. Viele Angehörige erleben sie, sprechen aber kaum darüber. Dabei sind solche Reaktionen menschlich. Entscheidend ist nicht, dass diese Gefühle auftauchen, sondern wie man mit ihnen umgeht.


Désirée von Bohlen und Halbach beschreibt, wie entlastend es sein kann, das scheinbar Unaussprechliche offen anzusprechen – etwa in Angehörigengruppen oder im Austausch mit anderen Betroffenen. Schon die Erfahrung, mit diesen Gedanken und Gefühlen nicht allein zu sein, kann Druck nehmen.


Unterstützung annehmen 

Anhand eines Beispiels aus ihrer Arbeit zeigt Désirée von Bohlen und Halbach, wie hilfreich Unterstützung sein kann. Eine Angehörige berichtete, dass ihr Mann sich strikt weigerte, sich von ihr waschen zu lassen. Erst als ein ambulanter Pflegedienst die Körperpflege übernahm, entspannte sich die Situation für beide Seiten deutlich.


Die Kolumne macht Mut, die eigenen Grenzen ernst zu nehmen und Hilfe anzunehmen – sei es durch Pflegedienste, Ärzte oder andere Unterstützungsangebote. Denn Körperpflege bei Demenz ist kein Maßstab für Liebe oder Loyalität, sondern eine große Herausforderung, die Angehörige an ihre Belastungsgrenzen bringen kann.

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