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Pressemitteilung

Welt-Alzheimertag im Olympiapark: „Demenz neu sehen“ bringt Generationen zusammen

Rund 100 Gäste kamen zum Aktionstag von Desideria Care – mit Fotoausstellung, Demenztalk, Beratung, Forschung und einem Openair-Konzert von Sarah Straub

München, 25. September 2026. Hinschauen, nachfragen und miteinander ins Gespräch kommen: Rund 100 Gäste folgten am Welt-Alzheimertag der Einladung von Desideria Care e. V. in den Münchner Olympiapark. Rund um die Openair-Fotoausstellung „Demenz neu sehen“ entstand am Willi-Daume-Platz ein vielfältiger Aktionstag mit persönlichen Geschichten, Information und Beratung, Führungen, Forschung, Mitmachangeboten und Musik.

Passend zum diesjährigen Motto des Welt-Alzheimertags „Demenz – (k)eine Frage des Alters“ kamen Menschen verschiedener Generationen zusammen – darunter auch zwei Schulklassen, die sich bereits im Unterricht mit dem Thema Demenz auseinandergesetzt hatten.

„Ich freue mich auch tatsächlich, dass hier so viele junge Menschen sind und dass wir hier so ein buntes Spektrum an Menschen haben, die diesen Aktionstag hier mitmachen“, sagte Tobias Kohler von der Olympiapark München GmbH bei der Eröffnung. Dr. Christine Schwendner vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention regte die Besucher in ihrem Grußwort dazu an, sich von der Veranstaltung inspirieren zu lassen und „das eine oder andere in den eigenen Alltag mit hinüberzunehmen“.

Starke Partner für mehr Sichtbarkeit

Die Openair-Fotoausstellung „Demenz neu sehen“ tourt seit drei Jahren durch Bayern. Dass Kommunen die Ausstellung kostenfrei ausleihen können, ermöglichen die Kooperationspartner AOK Bayern und Sparkassenverband Bayern. Die Station im Olympiapark ist ein besonderer Höhepunkt der diesjährigen Ausstellungssaison: An einem der bekanntesten und meistbesuchten Orte Münchens erreicht das Thema Demenz Menschen mitten in ihrem Alltag.

„Auch die AOK Bayern möchte im Freistaat das Thema Demenz stärker in den Fokus der Öffentlichkeit rücken. Im Sinne des Mottos ‚Demenz neu sehen‘ ist uns wichtig, Betroffene und Angehörige sichtbar zu machen und zu erreichen – aber auch Menschen, die bisher keine Berührungspunkte mit Demenz haben, zu sensibilisieren“, erklärte Stephan Abele, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der AOK Bayern.

Auch der Sparkassenverband Bayern unterstützt die gesellschaftliche Auseinandersetzung mit Demenz. Matthias Dießl, Präsident des Sparkassenverbands Bayern, betonte, die Ausstellung mache sichtbar, „dass hinter dem Thema Demenz Menschen, Familien und Lebensgeschichten stehen. Genau das hilft, Vorurteile abzubauen und Teilhabe zu stärken“.

Die Menschen hinter der Diagnose sehen

Wie persönlich die Geschichten hinter den 24 prämierten Fotografien sind, machte Pascale Ruppel, pflegende Angehörige und Fotografin eines der ausgestellten Bilder, deutlich. Sie erzählte von dem besonderen Moment, in dem die Aufnahme ihrer Mutter entstand, und ermutigte dazu, trotz aller Herausforderungen einer Demenzerkrankung auch die schönen gemeinsamen Augenblicke wahrzunehmen.

Désirée von Bohlen und Halbach, Gründerin und Vorstandsvorsitzende von Desideria Care, griff diesen Gedanken auf. Demenz sei eine schwerwiegende Erkrankung und für die betroffenen Familien mit großen Belastungen verbunden. Dennoch gebe es auch mit Demenz Nähe, Verbundenheit, Freude und schöne gemeinsame Momente. Die Ausstellung wolle dazu ermutigen, genauer hinzuschauen und Menschen nicht auf ihre Erkrankung zu reduzieren.

Gleichzeitig gehe es darum, Angehörige zu stärken: „Wir möchten Angehörigen zeigen: Ihr müsst das nicht alleine schaffen. Es gibt Unterstützung – und Hilfe anzunehmen ist kein Zeichen von Schwäche“, so von Bohlen und Halbach.

Menschenwürde, Sichtbarkeit und neue Perspektiven

Einen persönlichen Impuls setzte die pflegende Angehörige und Studienrätin Ute Reutin-Hofmann. Sie nahm die Gäste mit in ein Gedankenspiel über Menschenwürde, Alter, Pflege und Demenz. „Vielleicht ist Demenz deshalb eine so anspruchsvolle Lektion über Menschenwürde. Sie nimmt uns nach und nach fast alle Kriterien weg, an denen wir in einer leistungsorientierten Gesellschaft den Wert eines Menschen heimlich doch wieder festmachen: Vernunft, Selbstständigkeit, Produktivität, Erinnerung, Kontrolle“, sagte Reutin-Hofmann.

Prof. Jens Benninghoff vom kbo-Zentrum für Altersmedizin und Entwicklungsstörungen richtete anschließend unter dem Titel „Verschwinden“ den Blick darauf, was geschieht, wenn Menschen mit Demenz zunehmend aus der gesellschaftlichen Wahrnehmung geraten.

Auch Forschung und Früherkennung waren Teil des Aktionstags. Cosima Dermann vom Alzheimer Therapie- und Forschungszentrum (ATFZ) am Klinikum der LMU München stellte die DARE-Studie vor. Sie untersucht, ob ein Demenz-Screening in Apotheken dazu beitragen kann, Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen frühzeitig zu erkennen.

Beratung, Demenzsimulator und Austausch

Beim Markt der Möglichkeiten konnten sich Besucher über Beratungs-, Unterstützungs- und Teilhabeangebote informieren. Am Demenzsimulator der Fachstelle für Demenz und Pflege Oberbayern ließ sich beispielsweise erleben, welche Herausforderungen alltägliche Tätigkeiten für Menschen mit Demenz mit sich bringen können. Darüber hinaus gab es Gedächtnischecks, Pflegeberatung und zahlreiche Möglichkeiten zum persönlichen Austausch.

Beteiligt waren neben Desideria Care und der AOK Bayern unter anderem Alzheimer München, die Fachstelle für Demenz und Pflege Oberbayern, das Alzheimer Therapie- und Forschungszentrum, WIPIG, die Deutsche Gesellschaft für Frontotemporale Degeneration, Nui Care, Young Carer Coach, Die Mitterfelder, Home Instead, Linara sowie Grün hilft heilen – Netzwerk Gartentherapie.

Sarah Straub: Musik und persönliche Erfahrung

Den musikalischen Höhepunkt setzte die Liedermacherin, Autorin und Demenzexpertin Dr. Sarah Straub mit einem kostenfreien Openair-Konzert, präsentiert von Desideria Care, AOK Bayern und Sparkassenverband Bayern. In ihr musikalisches Programm ließ Straub persönliche Erfahrungen mit Demenz in ihrer eigenen Familie einfließen.

„Ich möchte auch für mich eine Welt, in der ein gutes Leben mit dieser Diagnose möglich ist. Ich möchte gerne einmal gut begleitet sein“, sagte Straub. Gerade weil betroffene Familien häufig so stark belastet seien, sei es wichtig, nicht darauf zu warten, dass sie selbst Unterstützung finden, sondern aktiv auf sie zuzugehen.

„Demenz neu sehen“ im Olympiapark

Die Openair-Fotoausstellung „Demenz neu sehen“ zeigt 24 prämierte Fotografien und die persönlichen Geschichten dahinter. Die Aufnahmen zeigen Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen in echten Lebenssituationen – mit Herausforderungen und Veränderungen, aber ebenso mit Nähe, Lebensfreude und Verbundenheit.

Die Ausstellung ist noch bis 27. September 2026 am Willi-Daume-Platz im Olympiapark München kostenfrei und frei zugänglich.

Weitere Informationen: [LINK Newsbeitrag / Ausstellung]

Über Desideria Care e. V.

Desideria Care e. V. setzt sich dafür ein, Angehörige von Menschen mit Demenz zu stärken und Demenz aus der Tabuzone in die Mitte der Gesellschaft zu holen. Der Verein bietet Angehörigen Wissen, Beratung, Austausch und Begleitung und schafft Räume, in denen sie Orientierung, Entlastung und neue Perspektiven finden. Gleichzeitig setzt sich Desideria für mehr gesellschaftliche Sichtbarkeit und Wertschätzung der Menschen ein, die Verantwortung für einen Angehörigen mit Demenz übernehmen.

Pressefotos zum Download

Eine Gruppe von Menschen posiert
Ausstellungseröffnung (v. l.): Dr. Christine Schwendner, Bayerisches Gesundheiministerium, Matthias Dießl, Sparkassenverband Bayern, Stephan Abele, AOK Bayern, Désirée von Bohlen und Halbach, Anja Kälin (Desideria) und Tobials Kohler,©Hauke Dressler
Eröffnung Olympiapark
Ausstellungseröffnung (v. l.): Dr. Christine Schwendner, Bayerisches Gesundheiministerium, Matthias Dießl, Sparkassenverband Bayern, Stephan Abele, AOK Bayern, Désirée von Bohlen und Halbach, Anja Kälin (Desideria) und Tobials Kohler, Olympiapark
Desirée von Bohlen und Halbach sowie Anja Kälin (Desideria) führen durch die Ausstellung "Demenz neu sehen"
Anja Kälin und Désirée von Bohlen und Halbach begleiten die Besucher durch die Fotoausstellung "Demenz neu sehen", die Menschen mit Demen sowie ihre Angehörigen zeigt. ©️Tanja Valerien
Sarah Straub singt auf der Bühne im Olympiapark
Liedermacherin, Autorin und Demenzexpertin Sarah Straub präsentierte Musik und erzählte von ihrer persönlichen Erfahrung mit dem Thema Demenz. ©️Tanja Valerien
Viele Besucher bei der Führung durch die Ausstellung "Demenz neu sehen" im Olympiapark
Bei den offiziellen Führungen durch die Ausstellung "Demenz neu sehen" gab es viel Andrang. ©️Tanja Valerien

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