Pflegejourney
Die Diagnose Demenz verändert das Leben grundlegend – manchmal ganz plötzlich, manchmal als schleichender Prozess: die medizinische Versorgung muss sichergestellt, die häusliche Pflege organisiert und die emotionale Belastung bewältigt werden. Immer wieder stellt sich die Frage: „Wie geht es jetzt weiter?“
Typische Etappen: von den ersten Anzeichen bis zum Abschied
Für diesen oft jahrelangen Prozess wird häufig der Begriff Pflegejourney (dt. Pflegereise) verwendet. Dieser stammt ursprünglich aus der Versorgungsforschung und der Medizin und wird oft auch als Patient Journey bezeichnet. Er beschreibt die Erfahrungen und Etappen, die ein Mensch im Rahmen einer Erkrankung durchläuft – von den ersten Anzeichen über die Diagnose und Therapie bis hin zur Begleitung am Lebensende. Eine Pflegejourney bei Demenz verläuft selten geradlinig, jede Familiengeschichte und jede Erkrankung ist individuell. Dennoch lassen sich oft typische Meilensteine erkennen, die viele von Demenz betroffene Familien erleben und die auch in der Fachliteratur beschrieben werden.
- Vorahnung: Erste Gedächtnisprobleme oder Verhaltensänderungen werden bemerkt, aber es besteht Unsicherheit, ob es normales Altern sein könnte.
- Diagnose: Zunehmender Kontakt zu Ärztinnen und Ärzten, mit Untersuchungen und schließlich die Diagnose, die verarbeitet werden muss.
- Neuorganisation: Angehörige unterstützen zunehmend im Alltag, übernehmen mehr organisatorische Aufgaben. Rollen innerhalb der Familie verändern und verschieben sich.
- Intensive Begleitung: Der Unterstützungsbedarf für die Erkrankten wächst – und damit auch für die Angehörigen. Viele suchen an dieser Stelle gezielt nach Hilfsangeboten und einer unterstützenden Community.
- Abschied nehmen: Die Pflegejourney mündet in Entscheidungen über Pflege, Wohnform und schließlich in die palliative Begleitung.
Warum die Pflegejourney Angehörigen Orientierung geben kann
Das Konzept kann den Blick weiten. Es geht um den Menschen mit Demenz und um die Menschen im Umfeld: Familienmitglieder, Freunde, Weggefährten. Und auf der Reise gibt es viele Herausforderungen. Erhebungen des Deutschen Zentrums für Altersforschung (DZA) zeigen, dass Angehörige, die einen Menschen mit Demenz begleiten, sich deutlich häufiger von ihrer Aufgabe belastet fühlen als pflegende Angehörige von Menschen ohne Demenz. Indem wir den Weg als „Journey“ begreifen erkennen wir an…
- dass Angehörige keine bloßen Helfer sind, sondern sich selbst in einem Veränderungsprozess befinden.
- dass Pausen Teil des Weges sein sollten und Rast kein Luxus ist, sondern eine Notwendigkeit. Nur so schöpfen wir Kraft und Energie für die nächsten Etappen.
- dass Gemeinschaft und Austausch den Weg bereichern, Halt und Orientierung geben können.
Unterstützung für Angehörige von Menschen mit Demenz: Austausch, Beratung, Community
Wir von Desideria möchten Sie auf Ihrem Weg begleiten und unterstützen. Egal an welcher Station Sie sich gerade befinden. Mit unseren Unterstützungsangebote und unserer Angehörigen-Community finden Sie die Hilfe, die Sie gerade benötigen – ob Information, Austausch, Orientierung oder gezieltes Coaching.
Unsere Unterstützungsangebote
Bei Fragen für Sie da