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Besucher der Ausstellung "Demenz neu sehen" im Olympiapark am Weltalzheimertag
©️Tanja Valerien
Newsbeitrag

Welt-Alzheimertag im Olympiapark: "Demenz neu sehen" bringt Menschen zusammen

22.09.2026

Hinschauen, nachfragen und miteinander ins Gespräch kommen: Der Aktionstag anlässlich der Ausstellungseröffnung „Demenz neu sehen“ machte den Welt-Alzheimertag im Olympiapark zu einem Tag der Begegnung.

Zwischen eindrucksvollen Fotografien, Beratung, Führungen und Musik entstanden neue Zugänge zu einem Thema, das viele Menschen betrifft. Passend zum Motto des Welt Alzheimertages „Demenz (k)eine Frage des Alters“ haben Menschen verschiedenster Generationen den Weg zur Openair-Fotoausstellung des Vereins Desideria Care e.V. in den Olympiapark München gefunden. Darunter auch zwei Schulklassen, die sich mit dem Thema Demenz im Unterricht auseinandersetzen.

Gemeinsam für mehr Sichtbarkeit von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen 

Ein besonderer Höhepunkt der diesjährigen Ausstellungssaison ist die Station im Münchner Olympiapark, wo „Demenz neu sehen“ an einem der bekanntesten und meistbesuchten Orte der Stadt große Sichtbarkeit erhält. Auch die Vertreter des Olympiaparks betonten bei der Eröffnung, wie wichtig es sei, mit dem Thema ganz unterschiedliche Menschen und Generationen zu erreichen. „Ich freue mich auch tatsächlich, dass hier so viele junge Menschen sind und dass wir hier so ein buntes Spektrum an Menschen haben, die diesen Aktionstag hier mitmachen“, erklärte etwa Tobias Kohler von der Olympiapark München GmbH in seiner Willkommensrede. Dr. Christine Schwendner, Referatsleiterin beim bayerischen Staatsministerium für Gesundheit regte in ihrem Grußwort an, sich von der Veranstaltung inspirieren zu lassen und „das eine oder andere in den eigenen Alltag mit hinüberzunehmen“.

Starke Partner für eine wichtige Mission

„Auch die AOK Bayern möchte im Freistaat das Thema Demenz stärker in den Fokus der Öffentlichkeit rücken. Im Sinne des Mottos „Demenz neu sehen“ ist uns wichtig, Betroffene und Angehörige sichtbar zu machen und zu erreichen – aber auch Menschen, die bisher keine Berührungspunkte mit Demenz haben, zu sensibilisieren“, sagte Stephan Abele, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der AOK Bayern.

Um die gesellschaftliche Auseinandersetzung mit Demenz zu unterstützen, fördert auch der Sparkassenverband Bayern die Ausstellung „Demenz neu sehen“. Matthias Dießl, Präsident des Sparkassenverbands Bayern betonte, die Ausstellung mache sichtbar, „dass hinter dem Thema Demenz Menschen, Familien und Lebensgeschichten stehen. Genau das hilft, Vorurteile abzubauen und Teilhabe zu stärken“.

Stimmen von Angehörigen und aus der Demenzforschung

Einen eindrücklichen und sehr persönlichen Impuls setzte die pflegende Angehörige Ute Reutin-Hofmann. Sie nahm die rund 70 Gäste mit in ein Gedankenspiel über Menschenwürde, Alter, Pflege und Demenz – und stellte dabei die Frage in den Mittelpunkt, woran wir den Wert eines Menschen eigentlich bemessen:

„Vielleicht ist Demenz deshalb eine so anspruchsvolle Lektion über Menschenwürde. Sie nimmt uns nach und nach fast alle Kriterien weg, an denen wir in einer leistungsorientierten Gesellschaft den Wert eines Menschen heimlich doch wieder festmachen: Vernunft, Selbstständigkeit, Produktivität, Erinnerung, Kontrolle", sagte sie.

Einen weiteren Blick auf die gesellschaftliche Dimension von Demenz eröffnete anschließend Prof. Jens Benninghoff vom kbo-Zentrum für Altersmedizin und Entwicklungsstörungen. Unter dem Titel „Verschwinden“ sprach er darüber, was es bedeutet, wenn Menschen mit Demenz zunehmend aus der Wahrnehmung und aus dem gesellschaftlichen Leben geraten.

Fotoausstellung "Demenz neu sehen" zeigt echte Lebensgeschichten

Die insgesamt drei Führungen durch die Ausstellung mit 24 prämierten Fotografien zogen unterschiedlichste Menschen an. Die Bilder zeigen Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen in echten Lebenssituationen. Eine sehr persönliche Ausstellung, die die viele Besucher sichtlich zum Nachdenken und Nachfragen anregte. Einige der Fotografen waren vor Ort und gaben den interessierten Teilnehmern der Führungen zusätzliche Einblicke, wie die Bilder einst entstanden sind.

Demenzsimulator, Beratung und Gedächtnischeck beim Markt der Möglichkeiten

Neben diesen wichtigen Gedanken zum Thema Demenz hatte der Aktionstag im Olympiapark zudem noch den „Markt der Möglichkeiten“ zu bieten, mit Ständen vieler unserer Partner. Am Demenzsimulator konnten Besucher einen Eindruck gewinnen, wie es sich anfühlt, mit Demenz ganz alltägliche Dinge zu erledigen, etwas Essen servieren oder eine Jacke zuzuknöpfen. Zudem war es möglich, mit Pflegeberater:innen vor Ort ins Gespräch zu kommen, einen Demenz-Check durchführen zu lassen und sich über viele weitere tolle Angebote zu informieren. Mit dabei beim Markt der Möglichkeiten:

  • Desideria Care e.V. 
  • AOK Bayern
  • Alzheimer München
  • Nui Care
  • Fachstelle für Demenz und Pflege Oberbayern
  • Alzheimer Therapie- und Forschungszentrum (ATFZ)
  • WIPIG
  • Deutsche Gesellschaft für Frontotemporale Degeneration (DGFTD)
  • Young Carer Coach
  • Die Mitterfelder
  • Home Instead
  • Linara
  • Grün hilft heilen: Netzwerk Gartentherapie

Sarah Straub setzt musikalisches Zeichen am Welt-Alzheimertag

Ein Ankerpunkt an diesem besonderen Tag war das Bühnenprogramm, mit dem Highlight des Tages: dem Konzert der Liedermacherin, Autorin und Demenzexpertin Dr. Sarah Straub, präsentiert gemeinsam vom Sparkassenverband Bayern, der AOK Bayern und Desideria. Straub webte persönliche Geschichten über ihre eigene familiäre Erfahrung mit Demenz in ihr musikalisches Programm ein und setzte die klare Botschaft: „Ich möchte auch für mich eine Welt, in der ein gutes Leben mit dieser Diagnose möglich ist. Ich möchte gerne einmal gut begleitet sein.“ Zudem gäbe es viele Angebote für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen. Doch man habe oft gar nicht mehr die Energie nach links und rechts zu schauen vor lauter Belastung. Umso wichtiger sei es, dass man aktiv auf die Menschen zugehe. 

Weitere Bilder von der Fotoausstellung im Olympiapark

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