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Kalender Cover

DEMENSCH-Kalender 2027: Mit Humor für die Rechte von Menschen mit Demenz

Demenz und Humor – passt das zusammen? Unbedingt, findet Cartoonist Peter Gaymann. Im neuen DEMENSCH-Kalender 2027 begegnet er dem Leben mit Demenz mit Leichtigkeit, Menschlichkeit und einem liebevollen Blick auf die kleinen und großen Herausforderungen des Alltags. In diesem Jahr bekommen seine Cartoons eine besondere Ergänzung: Der Kalender verbindet zwölf neue Zeichnungen mit der Charta der Rechte für Menschen mit Demenz. Eine Kombination, die zum Schmunzeln einlädt – und gleichzeitig zum Nachdenken.
Literaturempfehlung

Demenz wird häufig mit Verlust, Angst und Belastung verbunden. Peter Gaymann wählt seit vielen Jahren einen anderen Zugang. Seine Cartoons nehmen typische Alltagssituationen auf, spielen mit Missverständnissen und vermeintlichen Selbstverständlichkeiten und eröffnen damit einen neuen Blick auf das Leben mit Demenz.

Dabei geht es nie darum, sich über Menschen mit Demenz lustig zu machen. Im Gegenteil: Der Humor entsteht aus dem Menschlichen, aus Begegnungen und Situationen, die vielen Familien vertraut vorkommen dürften. Er kann Distanz zu schwierigen Momenten schaffen, Berührungsängste abbauen und Gespräche ermöglichen, wo Worte manchmal fehlen.

Genau das macht auch den DEMENSCH-Postkartenkalender 2027 zu einer besonderen Medienempfehlung.

Zwölf Cartoons – und zwölf Rechte von Menschen mit Demenz

Der Kalender geht 2027 noch einen Schritt weiter. Auf den Rückseiten der Kalenderblätter stehen zentrale Aussagen der Charta der Rechte für Menschen mit Demenz, die Prof. Dr. Thomas Klie im Zusammenhang mit der Nationalen Demenzstrategie entwickelt hat.

Damit begegnen sich zwei Perspektiven: Peter Gaymann erzählt mit seinen Cartoons vom ganz normalen – manchmal absurden, manchmal berührenden – Leben mit Demenz. Die Charta richtet den Blick darauf, was Menschen mit Demenz unabhängig von ihrer Erkrankung zusteht.

Dazu gehören unter anderem:

das Recht auf gesellschaftliche Teilhabe, das Recht auf Selbstbestimmung, das Recht auf Würde und Schutz vor Gewalt, das Recht auf verständliche Kommunikation und Beratung, eine gute medizinische und pflegerische Versorgung sowie Unterstützung im Alltag.

Auch die Einbeziehung von Angehörigen wird ausdrücklich aufgegriffen. Denn gute Begleitung von Menschen mit Demenz bedeutet nicht, über ihre Köpfe hinweg zu entscheiden. Es geht darum, ihre Wünsche und Bedürfnisse wahrzunehmen und sie auch dann möglichst weitgehend einzubeziehen, wenn Kommunikation oder Entscheidungsfindung schwieriger werden.

Und es findet sich ein Recht, das auf den ersten Blick vielleicht überrascht: das Recht auf Lachen.

Gerade dieser Gedanke passt wunderbar zu DEMENSCH. Ein Leben mit Demenz besteht nicht ausschließlich aus Krankheit, Pflege und Verlust. Es gibt weiterhin Freude, Nähe, Persönlichkeit, Humor und gemeinsame Augenblicke. Menschen mit Demenz haben ein Recht darauf, nicht nur über ihre Defizite wahrgenommen zu werden.

Menschen mit Demenz bleiben Menschen mit Rechten

Die Charta erinnert an etwas, das im Alltag leicht aus dem Blick geraten kann: Eine Demenzdiagnose verändert kognitive Fähigkeiten, aber sie nimmt einem Menschen nicht seine Persönlichkeit und schon gar nicht seine grundlegenden Rechte.

Wie viel Selbstbestimmung ermöglichen wir einem Menschen mit Demenz noch? Sprechen wir mit ihm, oder zunehmend über ihn? Ist gesellschaftliche Teilhabe weiterhin möglich? Wird verständlich erklärt, was geschieht? Werden individuelle Wünsche berücksichtigt? Und erhalten Angehörige die Unterstützung und Einbeziehung, die sie benötigen?

Solche Fragen betreffen Familien ebenso wie Pflegeeinrichtungen, medizinische Fachkräfte und unsere Gesellschaft insgesamt. Der DEMENSCH-Kalender schafft es, diese großen Fragen nicht schwer und abstrakt zu präsentieren. Ein Cartoon bringt uns zunächst zum Schmunzeln und manchmal genau dadurch anschließend zum Nachdenken.

Demenz neu sehen: mit Humor statt mit Berührungsangst

Peter Gaymann und Thomas Klie haben die DEMENSCH-Initiative bereits 2013 ins Leben gerufen. Ihr Ziel: Demenz mit Hilfe von Humor aus der gesellschaftlichen Tabuzone holen und dem Bild von Demenz als reinem „Schreckgespenst“ etwas entgegensetzen.

Mittlerweile gibt es rund 180 DEMENSCH-Motive. Der Postkartenkalender erscheint 2027 bereits im 15. Jahr. Was uns an diesem Ansatz besonders gefällt: Er zeigt Menschen mit Demenz nicht ausschließlich als hilfsbedürftig oder krank. Stattdessen entstehen Situationen, in denen Menschen eigenwillig, humorvoll, überraschend und manchmal sehr klar erscheinen – eben als Menschen mit Persönlichkeit.

Comic mit zwei Männern an einer Ampel
©Peter Gaymann

Das entspricht auch unserem Anliegen bei Desideria: Demenz neu zu sehen. Nicht die Erkrankung allein sollte bestimmen, wie wir einen Menschen wahrnehmen. Entscheidend bleibt der Mensch mit seiner Geschichte, seinen Beziehungen, seinen Bedürfnissen und seinen Möglichkeiten.

Unsere Empfehlung

Der DEMENSCH-Kalender 2027 ist weit mehr als ein Kalender. Er verbindet Humor mit Haltung und macht auf niedrigschwellige Weise sichtbar, was ein würdevolles Leben mit Demenz ausmacht.

Wir empfehlen ihn Angehörigen ebenso wie Menschen, die beruflich mit Demenz zu tun habe - in Pflege, Beratung, Medizin oder Sozialarbeit. Auch in Pflegeeinrichtungen, Beratungsstellen oder Teams kann ein Cartoon einen wunderbaren Anlass bieten, miteinander über Haltung, Selbstbestimmung und den Umgang mit Menschen mit Demenz ins Gespräch zu kommen.

Und natürlich eignet sich der Kalender auch als Geschenk für Menschen, die sich dem Thema Demenz verbunden fühlen. Denn manchmal kann ein Bild etwas schaffen, wofür viele Worte nötig wären: Es verändert den Blick.

Der DEMENSCH-Postkartenkalender 2027 von Peter Gaymann ist im medhochzwei Verlag erschienen und im Buchhandel erhältlich.

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