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Vereinbarkeit

Wenn ein nahestehender Mensch an Demenz erkrankt und zunehmend auf Hilfe angewiesen ist, beginnt für berufstätige Angehörige oft ein Balanceakt. Wie lassen sich Meetings, Arbeitszeiten und Deadlines mit Pflegeverantwortung, Arztterminen und Organisation unter einen Hut bringen? Die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege ist eine der zentralen sozialen und wirtschaftlichen Fragen unserer Zeit geworden.

Das Thema Pflege ist längst in der Arbeitswelt angekommen

Dass Demenz eine gesellschaftliche Aufgabe ist, die weit über den privaten Bereich hinausgeht, zeigen auch die Zahlen. 

  • 1,8 Millionen Menschen leben in Deutschland aktuell mit einer Demenzerkrankung und bis 2050 wird diese Zahl voraussichtlich auf 2,8 Millionen ansteigen.
  • Die meisten Pflegebedürftigen, auch mit einer Demenz, werden zu Hause von Angehörigen versorgt. Oft auch nachts, wenn kein ambulanter Pflegedienst unterstützen kann, findet diese Care Arbeit statt. 
  • Hochrechnungen zufolge pflegen 4 bis 5 Millionen Menschen in Deutschland neben ihrem Beruf einen Angehörigen. Wichtig hier: Demenz betrifft in der Regel nicht nur die Hauptpflegeperson. Auch andere Familienmitglieder sind häufig involviert – etwa Kinder und Geschwister. 

Was die Doppelbelastung im Alltag oft bedeutet

In fast jedem mittleren und großen Unternehmen gibt es Mitarbeitende, die eine enorme Zusatzverantwortung schultern – oft im Stillen, aus Sorge vor Stigma, Vorurteilen, beruflichen Problemen. Die Herausforderungen, die mit der Doppelbelastung einhergehen, schultern sie häufig allein: 

  • Zeitdruck: Arzttermine, Gespräche mit Pflegekassen und Pflegepersonal sowie plötzliche Krisen sind für viele Menschen nur schwer vereinbar mit den Arbeitszeiten. 
  • Erschöpfung: Die Sorge um einen geliebten Menschen führt oft dazu, dass man zwar körperlich anwesend ist, die Gedanken jedoch um den Angehörigen bzw. um die Erkrankung kreisen. Viele erscheinen auch erschöpft am Arbeitsplatz, da sie sich auch nachts um Angehörige kümmern. Der Fachbegriff dafür lautet Präsentismus.
  • Rückzug: Wenn die Überforderung zu groß ist und die Grenzen des Organisierbaren längst überschritten wurden, fallen viele Mitarbeitende auch aus, reduzieren ihre Arbeitszeit oder kündigen sogar.  

Die Zukunft gestalten, Angehörige und Unternehmen unterstützen

Sinkende Produktivität und der Verlust von wertvollen Fachkräften führen immer mehr Arbeitgebern vor Augen, dass betroffene Mitarbeitende Entlastungsangebote brauchen – um gesund zu bleiben und um weiterhin arbeiten zu können. Mögliche Lösungsansätze sind flexible Arbeitszeiten, Pflegezeitkonten, feste Ansprechpartner direkt im Unternehmen, sowie Wissen, Aufklärung und Stärkung der Mitarbeitenden mit Pflegeverantwortung. Was genau sinnvoll ist, hängt stark von der jeweiligen persönlichen Situation ab sowie von den Rahmenbedingungen im Unternehmen. Desideria steht hier als professioneller und erfahrener Partner zur Seite. Unsere Angebote und Leistungen richten sich sowohl an berufstätige pflegende Angehörige, als auch an Unternehmen, denen das Thema Vereinbarkeit wichtig ist.  

Noch mehr zum Thema Vereinbarkeit

Sie haben Interesse am Thema Vereinbarkeit von Beruf und Pflege oder sind selbst davon betroffen? Hören Sie sich gerne auch unsere Podcast-Folgen dazu an oder lesen Sie unsere Mutmachgeschichten. Hier erfahren Sie, was andere Angehörige erlebt haben, welche Lösungen sie für sich gefunden haben und warum es wichtig ist, sich bei all der Care Arbeit nicht selbst aus den Augen zu verlieren.

Newsbeitrag

Demenz und Beruf vereinbaren: Unterstützung für pflegende Angehörige in Unternehmen

08.01.2026

Pflege und Beruf zu vereinbaren, bringt viele Angehörige an ihre Grenzen. Desideria Care e. V. und famPlus bieten konkrete Unterstützung und machen sich gemeinsam stark für demenzsensible Unternehmen.

„Erst der offene Umgang mit dem Thema Demenz, hat mir im Job Freiheit verschafft.“

Stefanie Wagner-Fuhs, 56 Jahre, lebt in München. Ihre Mutter hatte Demenz und wohnte anfangs in Hamburg. Stefanie war beruflich stets in leitenden Funktionen mit Personalverantwortung für bis zu 200 Mitarbeitende tätig. Dann erhielt ihre Mutter die Diagnose Demenz und Stefanie musste lernen, die Anforderungen von Beruf und Pflege zu vereinen.

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