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Die Extremsportler Fritz und Max Sitte schieben bzw. ziehen ihren Vater im speziellen Off-Road-Rollstuhl
©️Sitte/ Wernhard
Newsbeitrag

Vom Münsterland zur Zugspitze – im jetzt und heute unterwegs

03.09.2026

Als HaDi Sitte die Diagnosen Frontotemporale Demenz (FTD) und später ALS (eine Muskelerkrankung) erhält, entscheidet seine Familie: Die gemeinsame Zeit soll nicht nur von Krankheit bestimmt werden. Daher brechen Vater und Söhne zu einer besonderen Reise auf: vom Münsterland Richtung Zugspitze. Das eigentliche Ziel ist jedoch kein Punkt auf einer Landkarte, sondern die geteilten Momente und das bewusste Miteinander.

Anfang Juli 2026 starten HaDi und abwechselnd einer seiner beiden Söhne, die Extremsportler Fritz und Max Sitte, auf einem E-Tandem ihre gemeinsame Reise. Zu diesem Zeitpunkt wissen sie noch nicht, was sie in den nächsten Wochen erwartet. Weil schwer einzuschätzen ist, wie sich ALS und FTD entwickeln werden. Zwei Wochen zuvor konnte HaDi noch alleine Treppen laufen, doch zum Start des gemeinsamen Abenteuers bedeutete schon die Überbrückung der 50 cm zwischen Rollstuhl und Fahrradsitz einen Kraftakt, der nur zu dritt zu bewältigen ist.

Trotz ALS und FTD: Gemeinsam unterwegs und im hier und jetzt

Aufhalten lassen sich die drei davon nicht. Vor der Reise erfolgte eine ärztliche Untersuchung und Dr. Zeljko Uzelac, Leitung Medizin und Wissenschaft der DGFTD, ist für sie im Notfall jederzeit erreichbar. Also lassen Max, Fritz und HaDi die Dinge auf sich zukommen – was vor allem dafür sorgt, dass sie auf bemerkenswerte Art voll im Moment leben. Und wenn der Moment verlangt, dass HaDi während einer Pause an einem Industrieparkplatz ein kleines Mittagsschläfchen auf dem Feldbett machen möchte, dann ist das so. 

Drei Wochen entlang von Ruhr und Rhein

Fast drei Wochen fahren sie an Ruhr und Rhein entlang Richtung Süden, besuchen Freund*innen und Familie auf dem Weg, nehmen alles mit, worauf sie Lust haben. HaDi äußert per Text-To-Speech-Funktion auf seinem iPhone, wenn er keine Lust mehr hat, auf dem Rad zu sitzen – aber auch, wie schön er die Route und die Zeit mit seinen Jungs findet.

Eine besondere Station ist Ulm: Dort trifft die Gruppe Dr. Zeljko Uzelac und Sarah Straub von der DGFTD, und HaDi wird medizinisch untersucht. Fotograf Hauke Dressler hält fest, was diesen Moment prägt – die ruhige Nähe, mit der Dr. Uzelac seinem Patienten begegnet, und die vertrauensvolle Atmosphäre, die daraus entsteht.

Mit dem Rollstuhl Richtung Zugspitze 

Krönender Kraftakt und finale Etappe der Reise ist der Aufstieg Richtung Zugspitze im speziellen Offroad-Rollstuhl. Mittlerweile ist auch HaDis Frau und Fritz’ und Max’ Mutter, dazugestoßen. Gute sieben Stunden wandern sie mit HaDi Richtung Zugspitze zur Reintalangerhütte auf etwa 1.370 Metern. Die Aussicht dort: Unbeschreiblich. Die Energiereserven: Am Limit. Auf den Gipfel verzichten sie daher. Ohne Bedauern: Bei dieser Reise ging es nie um ein Ziel auf der Landkarte, sondern um Nähe, Abenteuer und gemeinsame Zeit. 

Weitere Bilder der Reise

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