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Buchcover "Ich denk nicht dran" von Jo Failer, dtv Verlag

Ich denk nicht dran – Jo Failer

Mit Anfang 50 erhält der Journalist Jo Failer die Diagnose Alzheimer – mitten im Leben, berufstätig und Vater von zwei kleinen Kindern. In seinem Buch "Ich denk nicht dran" erzählt er von seinen Erfahrungen mit der Krankheit: von Gedächtnislücken, davon, wie Familie und Freundschaft sich verändern und wie man trotz allem nach vorne schauen und seinen Weg selbstbestimmt gestalten kann.
Literaturempfehlung

Die Diagnose: Schock und Klarheit zugleich

Schon lange vor seiner Diagnose spürte Jo Failer, dass etwas nicht stimmte. Eine innere Stimme, die ihm zuflüsterte: "Hier fehlt etwas." Und dass sich hinter Burn-out und Depressionen eigentlich noch etwas anderes verbirgt. Die Gewissheit und den Moment der Diagnose schließlich beschreibt Jo Failer nicht nur als Schock, sondern auch als Erleichterung und Klarheit. Die Erinnerungslücken im Alltag, die Erschöpfung, die veränderte Stimmung – all das hatte nun eine Erklärung.

Wie Alzheimer das Leben verändern kann

Der Autor schreibt bewegend, und oft auch humorvoll, wie sich Alzheimer für ihn anfühlt und welche Situationen er mit der Erkrankung erlebt: eine Mahnung im Kaffeebehälter, die intensive Suche nach Informationen – zu Studien, Erfahrungsberichten, Medikamenten – und schließlich wie Beziehungen sich manchmal verändern.

Eine Krankheit, die auch das Umfeld stark betrifft

Das Buch macht sehr deutlich, wie sehr auch das Umfeld von demenziellen Erkrankungen betroffen ist. Viele Menschen, selbst enge Freunde, sind manchmal mit der Situation überfordert. Rollen verändern sich, Beziehungen können zerbrechen. Jo Failer hat vieles erlebt und berichtet offen darüber. Zugleich macht er uns klar, dass der Weg mit Alzheimer nicht immer nur schwer ist. Man kann auf dem Weg neue Freunde treffen und unerwartete Perspektiven entdecken. 

Selbstbestimmt Leben: eine Geschichte, die Mut macht

Er beschreibt, wie sehr seine Kinder ihm Halt geben. "Alzenheimer ist doof!" erklärt sein kleiner Sohn ihm eines Tages und trägt vielleicht mit diesem Moment dazu bei, dass Jo Failer sich entscheidet, über seine Erfahrungen zu sprechen und zu schreiben. Um der Welt zu zeigen, wie es aussieht, wie es sich anfühlt und wie es klingt, wenn jemand Alzheimer hat. Sein Buch ist für "Betroffene, Angehörige, Freunde, Fremde". Uns allen ruft er zu, dass Menschen mit demenziellen Erkrankungen in die Mitte der Gesellschaft gehören. Dass ihre Stimmen wichtig sind und dass sich niemand für eine Erkrankung schämen sollte. Und plötzlich klingt "Ich denk nicht dran" nicht mehr nach Vergessen, sondern mutig und entschlossen.

Jo Failer: Ich denk nicht dran
dtv Verlag | 192 Seiten | 17 Euro | ISBN:
978-3-423-26467-9

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