
Kognition
Kognition beschreibt die geistige Aktivität des Menschen, von der Wahrnehmung über das Erinnern bis zur Entscheidungsfindung. Bei einer Demenz sind diese Fähigkeiten zunehmend beeinträchtigt. Das Wissen über Kognition bei Demenz hilft, die Erkrankung besser zu verstehen und empathisch zu begleiten.
Was genau ist Kognition?
Der Begriff Kognition stammt vom lateinischen „cognoscere“ und bedeutet „erkennen“, „kennenlernen“ oder „erfahren“. Kognition umfasst alle Denk- und Wahrnehmungsprozesse sowie deren Ergebnisse – also das, was wir geistig aufnehmen, verarbeiten und anwenden. Dazu zählen unter anderem:
- Wahrnehmung und Aufmerksamkeit
- Erinnerung und Lernen
- Problemlösung, Vorstellungskraft und Kreativität
- Planung, Orientierung und Argumentation
- Selbstbeobachtung und Selbstwahrnehmung
- Wille und Entscheidungsfähigkeit
Kognitive Leistungen ermöglichen uns, zu lernen, zu planen, Probleme zu lösen oder mit anderen Menschen zu kommunizieren. Sie beruhen auf einem komplexen Zusammenspiel von Sinnesorganen und Gehirnfunktionen. Dabei sind bestimmte Hirnregionen für bestimmte Fähigkeiten zuständig, viele Prozesse laufen aber vernetzt ab.
Was sind kognitive Störungen?
Kognitive Störungen bedeuten eine vorübergehende oder dauerhafte Einschränkung der geistigen Leistungsfähigkeit. Sie äußern sich zum Beispiel in:
- Vergesslichkeit
- Sprachproblemen
- Aufmerksamkeitsstörungen
- Schwierigkeiten bei der Orientierung
Solche Störungen können unterschiedliche Ursachen haben: Medikamente, Alkohol- oder Drogenmissbrauch, psychische Erkrankungen wie Depressionen oder Schizophrenie, aber auch körperliche Erkrankungen wie Schlaganfälle, Multiple Sklerose oder HIV.
Auch im Alter lässt die Kognition oft nach, etwa durch verlangsamtes Denken oder Schwierigkeiten, sich Namen zu merken. Das allein ist jedoch kein Hinweis auf Demenz.
Leichte kognitive Störung (MCI)
Von einer „Mild Cognitive Impairment“ (MCI), also einer leichten kognitiven Störung, spricht man, wenn die Denkleistung deutlich unter dem altersüblichen Niveau liegt, ohne dass der Alltag wesentlich beeinträchtigt ist. Solche Störungen können stabil bleiben oder sich zurückbilden. In manchen Fällen gehen sie einer Demenz voraus.
Kognition bei Demenz: Was sich verändert
Wenn bei einer demenziellen Erkrankung nicht nur das Gedächtnis, sondern auch weitere kognitive Bereiche wie Sprache, Aufmerksamkeit oder Handlungsplanung betroffen sind, spricht man von Demenz. Typische kognitive Veränderungen sind dann:
- Störungen der örtlichen und zeitlichen Orientierung
- zunehmende Gedächtnis- und Sprachprobleme
- verlangsamte Denkprozesse
- eingeschränkte Selbstwahrnehmung
Trotz dieser Verluste bleibt die emotionale Wahrnehmung vieler Menschen mit Demenz lange erhalten. Sie leben oft in ihrer eigenen inneren Welt, in der vergangene Ereignisse gegenwärtig erscheinen. Für Außenstehende kann dieses Verhalten schwer verständlich sein. Umso wichtiger ist es dann, die veränderte Kognition anzuerkennen, um Missverständnisse und Konflikte zu vermeiden.
© demenzworld/Kompetenzzentrum Demenz Schleswig Holstein/Desideria
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