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Vergiss mein nicht

In seinem Dokumentarfilm erzählt David Sieveking die Geschichte von seiner Mutter Gretel, die an Alzheimer erkrankt ist, ihrem Mann Malte und ihren Kindern. Er begleitet ihren Alltag, der immer mehr von der Krankheit gekennzeichnet ist.
Filmempfehlung

Worum geht es?

Als Malte in den Urlaub in die Schweiz fährt, kümmert sich David das erste Mal um die Pflege der Mutter und kommt dabei an seine Grenzen. Im weiteren Verlauf wird die Entwicklung der Demenz gezeigt sowie der Versuch der Familie, damit umzugehen. Sowohl ihre Kinder als auch ihr Mann versuchen Gretel so gut wie möglich zu unterstützen und ihr durch verschiedene Unternehmungen Glücksmomente zu schenken.

Ich war sehr beeindruckt von dem Film, da er private und unverfälschte Einblicke in das Familienleben zulässt. Dabei wird sowohl die Perspektive der Kinder als auch des Vaters beleuchtet. Zudem hat mir gefallen, dass die Familie verschiedene Arten der Pflege ausprobiert - und auch offen zugibt, überfordert zu sein.  Die Protagonistin Gretel ist eine sehr starke und beeindruckende Frau. Durch die berührenden Rückblicke baut man auf der einen Seite eine richtige Beziehung zu ihr auf. Auf der anderen Seite zeigen Rückblenden, wie die Krankheit Demenz einen Menschen verändert. Besonders die neue Dynamik zwischen ihr und ihrem Ehemann ist dabei sehr interessant zu verfolgen. Die Liebe der Familie für Gretel ist zu jedem Zeitpunkt spürbar.

Ich habe jetzt eine Woche auf meine Mutter aufgepasst und bin total fertig. Ich weiß nicht, wie mein Vater das all die Jahre gemacht hat.

DAVID SIEVEKING, 2012


Jedoch habe ich mich öfter gefragt, ob die Protagonistin der Veröffentlichung solch privaten Filmmaterials zugestimmt hätte. Vor allem die Szene, wie sie mit ihrem Mann in den Zug steigt, jedoch bei ihrem Sohn in Frankfurt bleiben soll, hat mich sehr mitgenommen. Sie steht verloren in der Tür und weiß nicht wohin mit sich. Der Film zeigt, wie eine Familie durch viel Zeit und Einfühlsamkeit mit der Krankheit umgehen kann. Abschließend habe ich mich - als Angehörige eines Menschen mit Demenz - sehr verstanden gefühlt, da der Film einen authentischen Einblick in den Alltag einer demenzkranken Person bietet.

2012, Dokumentarfilm, 1h32 min

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